Moormuseum Moordorf. Fotos: Otmar Steinbicker

Südbrookmerland

Die Gemeinde zwischen Aurich und Emden wurde 1972 aus zehn früher selbstständigen Gemeinden zusammengefügt.

Die ältesten Siedlungen entstanden bereits im Mittelalter im Zuge der Urbarmachung von Teilen der Hochmoorgebiete. Große Kirchen n Victorbur, Wiegboldsbur und Engerhafe zeugen von damaligem Reichtum.

Reste des Hochmoors in Moordorf

Die Bildung der Moorkolonie Moordorf nach dem Urbarmachungsedikt durch Friedrich den Großen brachte ab 1767 bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts dagegen erbärmliche Armut für die Siedler.

Während in den benachbarten Fehnsiedlungen die Gründer durch die Anlage von Kanälen für eine Entwässerung sorgten und damit eine wichtige Voraussetzung für eine zügige Kultivierung schufen, überließ die preußische Verwaltung die ersten Siedler in Moordorf ihrem Schicksal. So gehörte Moordorf zu den bevölkerungsreichsten Moorkolonien in Ostfriesland und war die ärmste.

Die Siedler lebten in armseligen Lehmkaten, die oftmals aus nur zwei Räumen bestanden: einem Wohnraum und einem Stall. In diesen Hütten übernachteten nicht selten drei bis vier Kinder in einem Bett. Bis weit in den Herbst liefen die Kinder barfuß, und das, obwohl es im Moor wesentlich früher als in anderen Landstrichen friert.

Die Lebensbedingungen in Moordorf verbesserten sich erst mit der Errichtung des VW-Werkes in Emden 1964, in dem in den 1970er Jahren mehr als ein Viertel der Einwohner Arbeit fand.

Siedlerkate im Moormuseum Moordorf

Das Moormuseum Moordorf zeigt als Museum der Armut die schwierige Entwicklungsgeschichte des Ortes. Auf einer drei Hektar großen Fläche stehen nachgebaute Plaggenhütten der ersten Siedler über spätere Lehmbauten bis zu den Kolonistenhäusern, die bis in die 1960er Jahre das Ortsbild prägten.

Im Dörpmuseum (Dorfmuseum) Münkeboe werden historische Werkstätten, Einrichtungen, Geräte und Maschinen gezeigt. Auf dem Gelände des Freilichtmuseums sind eine funktionsfähige Kornwindmühle, eine Gulfhofanlage sowie weitere historische Gebäuden zu besichtigen.

In Wiegboldsbur wird in der Mühle die technische Entwicklung des Müllerhandwerks und der Landwirtschaft dokumentiert. Im Lagerschuppen ist eine Schmiede- und Tischlerwerkstatt eingerichtet, in der historische Handwerks- und Schmiedekunst gezeigt wird.

An der Kirche von Engerhafe erinnert eine Gedenkstätte an das KZ Engerhafe, ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme, das vom 21. Oktober 1944 bis 22. Dezember 1944 bestand. In diesen zwei Monaten starben 188 Häftlinge.

Reisemobilstellplatz im Südbrookmerland

Wohnmobilhafen Großes Meer

Wohnmobilhafen Großes Meer

Der schattenlose Stellplatz für 30 Mobile befindet sich neben dem Campinplatz nahe am größten Binnensee Ostfrieslands, dem Großen Meer. Der Platz ist auch für große mobile geeignet.

Der Untergrund ist gepflastert und überwiegend eben.

Die Übernachtung kostet 9 Euro, Hunde inklusive, Frischwasser: 1 Euro, Entsorgung Grauwasser: 0,50 Euro, Chemie-WC: 0,50 Euro, Strom: 0,50 Euro

Frische Brötchen gibt es am Kiosk des Campingplatzes. Ein Restaurant befindet sich in unmittelbarer Nähe.

Adresse: Am Meer 1, 26624 Südbrookmerland

GPS-Koordinaten: 53°26’41“ Nord, 07°18’26“ Ost

Dezimal: 53.4447222 Nord, 7.3072222 Ost

Weitere Informationen: Südbrookmerland Touristik GmbH www.grossesmeer.de, E-Mail info@grossesmeer.de , Telefon 04942/20 47 20 00

Galerieholländer-Windmühle in Logabirum. Fotos: Otmar Steinbicker

Mit Reisemobil, Fahrrad und Kanu Ostfriesland entdecken

Der beliebten Ferienregion im Nordwesten nähern wir uns über die Autobahn A 31, die gerne auch als „Ostfriesenspieß“ bezeichnet. Vom Ruhrgebiet aus führt sie durchs Münsterland und die ehemaligen Moore des Emslands nach Norden. Wir nehmen die letzte Ausfahrt vor der Ems und orientieren uns in Richtung Jemgum. Der Kirchturm, den wir im Vorbeifahren sehen, wirkt mit Kreuz und Schiff als Wetterfahne eher wie ein Leuchtturm. Das passt in dieses von der Schifffahrt und von der Auseinandersetzung mit dem Meer im Zuge der Landgewinnung geprägte Rheiderland. Aufgrund seiner etwas abgeschiedenen Lage zwischen Ems und der Meeresbucht Dollart und den angrenzenden Niederlanden hat es als „Endje van de Welt“ seine Eigenart über die Jahrhunderte bewahren können.

Idyllle in Ditzum

Erstes Ziel ist der kleine Fischerhafen Ditzum, ein idyllisches kleines Örtchen, das einst auf einer Warft, einem künstlich aufgeworfenen Hügel errichtet wurde, um Sturmfluten zu trotzen. Eine stolze Windmühle, eine romanische Kirche und auch hier ein Kirchturm in Form eines Leuchtturms bilden ein reizvolles Ensemble.

Ostfriesland

Reisemobilstellplatz im Südbrookmerland

Wohnmobilhafen Großes Meer

Reisemobilstellplatz am Binnensee

Übernachtung 9 Euro, E+V und Strom gegen Gebühr.

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